Mit ihnen der Wind

Ich renne davor weg anzukommen,
und renne trotzdem mit Ziel,
mit dem Ziel anzukommen,
anzukommen bei dir.

Ich habe Angst zur Ruhe zu kommen
und doch stresst mich die Eile,
habe mir vorgenommen,
bei dir zu verweilen.

Die Gänse ziehen vorbei
und mit ihnen der Wind,
ein letztes Mal zucken meine Muskeln dabei,
doch ich bin angekommen, wo wir zusammen sind.

Foto: Ralf Vetterle; pixabay.com

Bordeaux

Ich bin betrunken von Bordeaux, der Stadt – nicht dem Wein.
Kann denn ein Ort so wunderschön und lebhaft sein?

Gut eine Woche ist es her, dass ich mit dem größten Koffer, den ich zuhause finden konnte und dem menschengroßen Rucksack Deutschland verließ. Mit dem Auto wurde ich von meiner lieben Mutter nach Brüssel gebracht, dann ging es mit dem Zug nach Paris. Dort hieß es, Metro fahren, weil die Züge von unterschiedlichen Bahnhöfen abfuhren. Voll bepackt in der ruckelnden Metro fiel ich einmal fast auf ein sitzendes Pärchen. Naja, ich schaffte es zum anderen Bahnhof, indem ich mich an zwei mindestens genauso ratlos aussehende Omis hing und kam schließlich in Bordeaux an. Dort ging die beschwerliche Reise allerdings weiter. Nachdem ich mich orientiert hatte und die richtige Straßenbahn ausfindig gemacht hatte, blieb diese auf halber Strecke wegen eines technischen Fehlers stecken (ich dachte, sowas gebe es nur bei der deutschen Bahn). Also latschte ich mit meinem ganzen Haushalt zur nächsten Haltestelle.

Die erste Nacht verbrachte ich noch im Hostel, da mein Apartement nur Wochentags zugänglich war. Allerdings war ich so kaputt von der Reise, dass ich direkt nach dem duschen einschlief.

Gut, dass ich mir meinen Magen am Morgen im Hostel vollschlug, denn als ich im Studentenwohnheim und meinem relativ großen Zimmerchen ankam, funktionierte der Strom noch nicht. Ansonsten war das Zimmer… naja, was hatte ich erwartet. Man sah ihm an, dass es schon einige Jahre von Studenten genutzt wurde. Ein Ort, an dem man sich gerade so gut zuhause fühlen kann, dass man sich wohl fühlt, aber nicht zuhause genug, um für immer dort zu bleiben. Also perfekt. Den offenen Schrank verhängte ich mit einem Strandtuch. Das Bett, dessen Lattenrost aus einer Spanplatte besteht, bedeckte ich mit einem Molltontuch (ganz fein, die Dame). Und tada, was braucht man mehr.

Direkt an diesem Tag fand auch schon die erste Infoveranstaltung für Erasmusstudierende statt, in der versucht wurde uns in die Komplexheit der Fachbelegung einzuweisen, was so mehr oder weniger gut funktionierte. Besser hingegen funktionierte die Infoveranstaltung einige Tage später, in der es um Kultur, Sport und Sprachkurse am Campus ging. Der Campus für Humanwissenschaften (also Soziologie, Anthropologie, Psychologie usw.) liegt übrigens mitten in der Stadt in alten hohen Gebäuden, die aus hellem Sandstein errichtet wurden. In dem einen Innenhof stehen Palmen. Der andere Innenhof ist mit alten blauen Mamorplatten versehen. Mit ein wenig Fantasie, die ich zur Genüge trage, streicht man durch die Gänge eines südlichen Hogwarts.

Auch der Rest der Stadt wird von alten schönen Gebäuden umringt. Die Kathedrale und das Rathaus ragen majestätisch aus dem Stadtbild hervor. Kleine Gassen wirken noch kleiner im Schatten der fünfstöckigen altfranzösischen Häuser mit ihren kleinen Fluren und Wäscheständern vor der Haustür. Gleichzeitig fährt die Straßenbahn über mit Gras bepflanzte Schienen, bei denen ich mich gefragt habe, warum das Gras noch so wunderschön grün ist, wenn selbst in Deutschland die Wiesen der Sahara gleichen. Dann entdeckte ich die Rasensprenger.

Moderne Brücken ergänzen die alten Brücken, über die bräunliche Suppe, die Richtung Atlantik fließt. Breite Fahrradstraßen und Renaturierung auf der anderen Seite des Flusses weisen einen modernen Charakter auf. Unter den Bäumen am Fluss lässt es sich gut lesen, durch die Straßen gut schlendern und in den Bars hoffentlich gut feiern.

Bis demnächst.

Wer…?

Wer darf in Frieden leben?
Wem wird Freiheit gegeben?
Wer ist durch Gerechtigkeit gesegnet?
Wer darf Zukunftspläne hegen?

Wer darf darüber richten?
Wer darf Menschen vernichten?
Wer wird darüber berichten?
Wer wird die Opfer sichten?

Wer wird das Leiden beenden?
Die rettende Botschaft senden?
Wer wird das Blatt wenden?
Ohne Waffen, mit bloßen Händen?

Wird es ein Traum bleiben?
Die Erlösung vom Leiden?
Werden wir alle irgendwann in Freiheit treiben
und der lang ersehnte Frieden bleiben?

Kerze Brennt · Kostenloses Stock Foto (pexels.com)

Diese Verse schrieb ich als ich in meiner Galerie ein altes Gedicht von mir fand. Es war auf einen Kassenbon gekritzelt und ich hatte Mühe die Wörter noch zu entziffern, doch es ging um genau dieses Thema und die paar Worte, die man dazu sagen musste, passten auf einen Kassenbon. Damals schrieb ich die Verse wegen des Flüchtlingslagers in Moria, heute denke ich an die Ukraine. Überall auf der Erde gibt es Kriege. In meinem kurzen Leben gab es keinen Tag, an dem keine bewaffneten Konflikte ausgeführt wurden. Zum Glück nehmen wir die Flüchtlinge aus der Ukraine mit offenen Armen auf, aber viel zu oft hat man in der Vergangenheit darüber diskutiert, statt sie aufzunehmen und Menschen in Kriegsgebiete zurückgeschickt, und warum? Einfach weil sie dort geboren worden sind. Ich habe das Glück, an einem Ort und in einer Zeit aufzuwachsen, in der mein Haus nicht zerbombt wird und ich nicht flüchten muss, andere nicht und trotzdem haben sie das Recht auf Frieden!

Heer

Herren herrschen herrisch über Heere.
Schlagen verheerende Schlachten.
Versprechen eine herrliche Welt.
Brechen ihr Versprechen
und das Heer zerfällt.

Das Heer wird leer,
weil die Menschen untergehen.
Das Sehnen nach Frieden
bleibt liegen
mit jedem Heer, das aufmaschiert.

Meine Gedanken zu diesem kurzen Gedicht muss ich nicht mal mehr erklären, weil jeder weiß, was uns in diesen Wochen beschäftigt. Der Angriffskrieg in Russland ist ein Desaster für die Menschheit und all ihre Werte. Er stützt sich auf falsche historische Begebenheiten und auf Macht.

Meine Gedanken sind bei allen Menschen in der Ukraine. Möge dieses sinnlose Grauen bald ein Ende finden.

Aufbruch

Vielleicht bin ich nur ein kleiner Funke
Und falle ich auf kalten Stein
Ist mein Leuchten schnell versunken,
Erlischt mein heller Schein.

Doch falle ich auf dünnes Holz,
Das sich leicht entzündet,
Entbrenne ich es stolz,
Dass es in heißen Flammen mündet.

Es springt über und es lauert,
Und leckt an dicken Scheiten,
In der Glut kauert
lässt sich von der Hitze leiten.

Wie ein Lauffeuer verkünden wir Ideen,
Und reißen jeden mit,
Die eine Aufgabe für sich sehen.
So zeichnet jeder Schritt
Spuren und hinterlässt eine Botschaft,
Sie spricht von Veränderung
Mit vereinter Kraft
Schaffen wir Erneuerung.

Nur mit bloßer Kraft
Können wir keine Eisenstangen verbiegen,
Erhitzt man sie,
Lassen sie sich an jede Form schmiegen.

Vielleicht bin ich nur ein kleiner Funke
Und falle ich auf Asphalt,
Sind meine Ideen schon ertrunken,
Der Aufbruch, er bleibt kalt.

Doch stoße ich auf hörende Ohren,
Auf sich öffnende Augen,
Entfachen wir ein Toben,
Und stärken unseren Glauben,

Dass wir etwas erreichen,
Denn unser Feuer wird jeder sehen,
Wir werden nicht mehr weichen.
Wir werden nicht mehr gehen.

Vielleicht warst du ein kalter Stein,
Der sich nicht entzünden ließ,
Doch wirst du es für immer sein?
Oder kommst du mit und genießt
Den Aufbruch

Ich denke, jeder von uns hatte schonmal, das Gefühl, viel zu klein zu sein, um große Veränderungen zu bewirken. Bei den riesigen Problemen, die unsere Welt im Moment treffen, fragen wir uns oft: Was kann ich schon tun?

Manchmal ist dabei nicht die Frage, wie viel wir tun, sondern, was genau wir machen, besonders wichtig. Worauf fallen unsere Taten, unsere Funken, um ein feuer des Aufrbuchs zu entfachen?

Lebensquarantäne

Traumlos sind die Nächte,
habe keine Erlebnisse zu verarbeiten,
falle vom Stuhl ins Bett und vom Bett auf den Stuhl,
machmal auf den Balkon,
um frische Luft zu holen.

Ich bin froh,
dass für mich dieser Zyklus
ein Ende hat
und ich nach einer Woche wieder
in die Freiheit kann,
dann kann ich die Sonnenstrahlen genießen
und das Rauschen des Windes,
das Plätschern des Flusses,
das Lachen des Kindes.

Ich bin froh,
dass ich mich nach einer Woche wieder daran erfreuen kann.
Dieser Rhythmus nur eine Phase war,
aber nicht mein Leben bestimmt.

Ich bin dankbar dafür,
denn es ist nicht selbstverständlich.
Es gibt Menschen,
die kämpfen für jede Ausnahme aufzustehen,
rauszugehen,
die Welt zu sehen.
Also vielleicht erst einmal die Straße vor dem eigenen Haus.
Dann die Parkrunde,
die ist mir ja vertraut
und vielleicht setze ich mich auf eine Bank und schaue den Kindern zu,
bin einfach mal glücklich,
einfach mal wie du.

Manche Menschen leben in Quarantäne,
aufgrund von Depressionen oder Ängsten.
Sie sind krank, so wie ich es war,
aber mich verließ das Virus nach kurzer Zeit
und hinterließ keine bleibenden Schäden.
Ihr Virus sitzt tiefer,
hat mehr Zellen befallen,
zwingt sie, im Bett zu bleiben
und sperrt sie ein,
schirmt sie ab
und nimmt sie weiter hinab
in die Spirale nach unten,
sodass sie froh sind,
wenn sie es vom Bett auf den Schreibtischstuhl schaffen,
oder mal auf den Balkon.
An diesem Fortschritt arbeiten sie
Tag für Tag.

Ich bin dankbar,
dass meine Quarantäne endet,
dass ich wieder raus gehen kann.
Ich bin dankbar
und ich wünsche dir,
dass du es eines Tages schaffst.

Die Coronazahlen steigen, während die Angst vor dem Virus weiter sinkt. Die logische Schlussfolgerung: Viele Menschen stecken sich an, sind in Quarantäne und kommen nach einem leichten Verlauf wieder raus. So ging es auch mir letzte Woche. Ich wollte darüber ein Gedicht verfassen, habe mich mit den typischen Quarantänemetaphern aber schwer getan und bin plötzlich in eine ganz andere Richtung geraten. Ich finde es sehr wichtig über psychische Krankheiten zu sprechen, diese zu normalisieren und nicht tot zu schweigen. Eine psychische Krankheit kann jeden treffen, sowie sich jeder mit Corona anstecken kann. Aber im Vergleich zu Corona haben wir keinen Impfstoff dagegen, der die Schwere des Verlaufs einer psychischen Krankheit vermindert. Das kann uns Angst machen. Es widerspricht unserem Glauben an eine gerechte Welt und deswegen suchen wir die Schuld oft bei den Betroffenen oder versuchen die psychische Krankheit herunter zu spielen. Doch das ist der falsche Weg! Viel öfter sollten wir dafür dankbar sein, dass es uns gut geht, physisch und psychisch und die Betroffenen nicht verurteilen.

Mir ist es außerdem wichtig zu sagen, dass nicht jede psychische Krankheit gleich ist. Was ich in diesem Gedicht beschrieben habe, mag auf manche Menschen zutreffen, andere stehen jeden Morgen auf, regeln ihr normales Alltagsleben und leiden trotzdem an einer Depression oder einer anderen psychischen Krankheit. Das gibt uns aber nicht das Recht darüber zu urteilen. Ein gebrochenes Bein bleibt auch ein gebrochenes Bein, egal ob der Patient tagelang im Bett liegt oder versucht seinen Alltag zu meistern.

Reisende

Das Gewicht meines Rucksackes liegt schwer
und drückt auf meine Hüfte.
Erst jetzt merke ich wie sehr,
ich sie vermisst habe,
die Düfte
und das endlose Gedränge
in Bahnhofsgebäuden
das Schwimmen der Menge,
die Landschaften, die meine Sinne betäuben.

Ich weiß, es ist nur eine kurze Reise.
Ich fliege nicht ans andere Ende der Welt.
Doch ganz still und leise
merke ich, dass es gerade das ist,
was mir gefällt.
Denn ich bin verzaubert,
von dem, was die Reise mir zu bieten hat.
Ich bin froh, dass ich bemerkt hab,
dass ich immer noch so fühlen kann.

Wie ein Kind, das zum ersten Mal Schmetterlinge sieht,
ein Hundewelpen im Schnee,
Bemerke ich, dass Unglaubliches geschieht,
wenn ich auf Reisen geh.

Es ist vier Uhr am Morgen
und ich fahre zum Gleis.
mein Rucksack ist leicht,
weil der Platz für all die Sorgen
nicht reicht.

Dieses Gedicht habe ich verfasst, als ich nach fast einem Jahr Lockdown endlich wieder eine kleine Reise nach Baden-Wüttemberg gemacht habe. Es war zwar nur fürs Wochenende und um eine Freundin zu besuchen, aber dieses Gefühl mit dem Zug und dem Rucksack früh morgens in den Tag hineinzufahren gibt mir immer wieder einen Befreiungsschlag und die Vergewisserung frei zu sein.

Ein Teil des Großen

Diese Woche durfte ich beim großartigen Wohnzimmerslam aus Dortmund beim 16. Storyslam mitmachen. Die Regeln sind die gleichen wie beim normalen Poetry Slam: selbst verfasste Texte, keine Requisiten, aber die Botschaft, den Witz oder einfach die aneinandergereihten Worte mussten in eine Minute passen. Dazu nahm ich ein Video auf, das in die Story auf Instagram gepostet worden ist und das ich hier mit euch teilen möchte. Ich trat in der Vorrunde gegen eine andere großartige Slammerin an und die User: innen durften entscheiden, wen sie im Halbfinale sehen wollen. Die Entscheidung war knapp und ich habe es nicht ganz geschafft, aber freue mich die anderen Poet: innen im Halbfinale und Finale zusehen.

Tipp: Vollbild! Mein Mund ist zwar auch ganz schön, aber das ein vorgetragenes Gedicht funktioniert am besten mit der ganzen Bandbreite an Mimik und Gestik 🙂

Der kleine Prinz

Der kleine Prinz versprach seiner Rose Schutz
und ich dir die Liebe.
Er versprach ihr und ich dir,
dass wir bei euch blieben.

Aber es zog uns hinaus
ins Abenteuer,
nahmen den Abschied in Kauf,
Gefahren und Ungeheuer.

Wir wollten Kulturen und Menschen sehn,
Sterne aus anderen Perspektiven,
Dorthin, wo die Sonne 1440 mal untergeht,
wo Geheimnisse und Schätze liegen.

Wir treffen Könige oder Menschen, die sich für Könige halten,
Eitle, die Bewunderer suchen.
Geschäftsmänner, die Sterne kaufen und verwalten,
Säufer, die übers Vergessen fluchen.

Auf meiner Reise durch die Galaxie
fand ich Beweise für meine Fantasie.
Ich hörte Geschichten und schrieb Neue.
Sie berichten von Liebe und Treue.

Meine Reise ist noch nicht zu Ende
und mein Wissensdurst noch nicht gestillt,
Doch meine Richtung nahm eine Wende,
als ich bemerkte, was mich erfüllt.

Der kleine Prinz bemerkte, dass er seinen Asteroiden B612 vermisst,
als er sich an seine Rose erinnert,
ihm wurde klar,
dass all die Welten
ihm nicht zu Glück verhelfen,
wenn er alleine war.

So vermiss ich dich
während meinen Abenteuern,
vermisst du mich,
wenn ich von Planet zu Planet steuer‘?

Ich wollte die ganze Welt bereisen,
jede Galaxie.
Malte mir Landschaften aus
tief in meiner Fantasie.

Ich wollte mit dem Prinzen Welten entdecken,
fern ab von daheim,
meine Bindungsangst verdecken,
frei und unabhängig sein.

Doch je weiter ich mich entfernte,
desto mehr wurde mir bewusst,
dass ich, um vollkommen zu sein,
nicht jeden Planeten bereisen muss.

Je weiter ich mich entfernte,
desto mehr wurde mir klar,
dass meine Heimat und mein Ziel
schon immer in deinen Armen war.

Jedes Jahr schenke ich meinen Eltern einen selbst gemalten Kalender. Letztes Jahr schaffte es auch der kleine Prinz hinein mit dem berühmten Satz: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Essenzielle ist für die Augen unsichtbar.“

Der kleine Prinz begleitet mich schon mein Leben lang. Von der Kinderserie mit dem Fuchs und der Schlange über unseren Theaterkurs, in dem wir den kleinen Prinzen vortrugen, bis hin zu diesem Gedicht. Beim Schreiben dieses Gedichtes, habe ich nochmal nachgelesen. Hier in Freiburg habe ich den „kleinen Prinzen“ aber nur auf Französisch. Es war gar nicht so einfach „mille quatre cent quarante“ als 1440 zu übersetzen, aber im Endeffekt konnte ich ein paar Bezüge von Antoine de Saint-Exupéry in mein Gedicht mit einbringen.

Kurz bevor ich liebte

Kann ich das nochmal erleben?
Diese Ruhe vor dem Sturm?
Meine Hände ruhn
kurz bevor sie sich erheben.

Ich halte den Atem an
und der Takt setzt aus.
Ich lausch
einem Geräusch, das ich nicht vernehmen kann.

Mein Herz ist leer
für einen Moment,
ich erkenn
keine Form und keine Farbe mehr.

Es bereitet sich vor,
säubert seine Kammern,
von allem Leid, von jedem Jammern
und öffnet sein Tor.

Lässt Licht hinein,
wo vorher Dunkel war,
macht Trübes klar
und Raues fein.

Mit voller Kraft
trifft es mich sanft.
Hätt nie gedacht,
dass ich so fühlen kann.

So ruhig und unberührt liegt dieser Strand an der Ostküste Schottlands da. Die Minute vor dem Sturm bis die Sonne ihre ersten Strahlen auf die algenbedeckten Steine wirft.