Generationenvertrag der Bagpacker

Nachtrag vom 23.07. wegen fehlendem Highspeed

Die Nacht war durchzogen von einem monotonen Brummen der nahegeliegenden Wasserpumpe, die das Rauschen des reißenden Flusses noch übertönte. Immer wieder wachte ich auf, schlief dann aber weiter bis der Wecker um 7 Uhr schrillte. Zum Frühstück gab es Haferschleim, den wir nur aufkochen mussten. Mir schmeckte er eigentlich ganz gut. Bin ja von zuhause nichts anderes gewohnt.
Nach der Stärkung luden wir unserwn Haushalt wieder auf den Rücken und stapften Meter um Meter den nächsten Berg hinauf. Heute ging es ein langes Stück an ekner Hauptstraße vorbei. Hauptstraße in Norwegen heißt aber nicht gleich Hauptstraße in Deutschland, sondern eher so eine Landstraße morgens um halb 3. Kaum Autos, kaum Menschen, aber dafür bergig. Irgendwann wechselte es auf einen Wanderweg, den wir uns mal wieder selbst erahnen mussten. Im Sumpf waren lauter Fährten irgendwelcher Tiere zu sehen. Ich bin zwar kein Pfadfinder, aber ich glaube es waren hauptsächlich Rehntiere.
Nach 15 km und wieder 1000 Höhenmetern kamen wir endlich an der Bushaltestelle an, die uns einen Ort weiter bringen sollte. Vorher durften wir aber noch entspannen und ich wollte natürlich im Flüsslein baden. Vor allem um meine Füße und meine Hüfte zu kühlen, aber auch um das Zusammenspiel von Wasser und Wald zu genießen.
Wieder trocken standen wir mit Herzklopfen an der Bushaltestelle, aber der Bus kam zum Glück. Ein leerer Reisebuss mit einem Busfahrer der kein Englisch sprechen konnte ubd uns nach Oslo fahren wollte. Wir wollten doch nur 3 Stationen weiter. Wie durch ein Wunder hat auch das geklappt und wir gelangten an einen wunderschönen See mit Blick auf die Gletscher.
Zum ersten Mal probierten wir unsere Trackingnahrung aus und es war ekne wilde Geschmacksexplision. Nach Tagen ungesalzener Nudeln, war der Pulverkartoffelbrei und die Nudeln mit Sahne, Spinat und sogar Mais Fünf Sterne wert. Als wir gerade genüsslich unser Essen verspeisten, kam ein junges deutsches Paar auf uns zu, die ein paar Meter entfernt mit ihrem Bulli standen und boten uns ein Eis an. Doch bevor wir diese Gastfreundlichkeit annehmen konnten, mussten wir erst noch im eiskalten See baden gehen. Ja, es war wirklich kalt, aber das war es wert. Zumindest stanken wir danach nicht mehr als zu sehr. Und so verbrachten wir den Abend mit dem jungen Paar aus Esslingen (ich hab das Nummernschild erkannt, wuhu), aßen ein Eis und Salzstangen (damit haben wir unseren Salzwert im Körper für die nächsten Tage wieder erreicht ) und erzählten viel. Es ist einfach wieder schön nach Corona neue Menschen kennenzulernen. Nach Corona? Ach, generell ist das schön.
Aber warum jetzt Genetationenvertrag? Na, das Paar kam auf uns zu, weil auch ihnen als noch jüngere Wanderer, Bagpacker und Mountainbiker unter die Arme gegriffen wurde. Menschen, die einen Schlafplatz anboten, weil die geplante Hütte renoviert wurde oder ähnliches. Das wurde nun mit Eis und Salzstangen ausgeglichen. Wer weiß, was ich in ein paar Jahren jungen hungrigaussehenden Jugendlichen anbieten werde.

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