Es geht weiter

Nachdem wir zwei schöne und erlebnissreiche Tage am Geirangerfjord verbracht hatten, stellte sich uns die Frage, wohin es als nächstes gehen sollte. Viel mehr stellte sich die Frage, wie wir aus diesem kleinen Dorf wegkamen. Der einzige Weg führte zurück zu dem Ort, von dem wir gekommen sind und der andere Weg führte übers Wasser. Doch die einzige Touristenfähre kostete auch dementsprechend viel. Also entschieden wir uns dafür, wieder zurück zufahren und zuerst den Norden anzusteuern. Aber auch auf den ersten Metern zurück nach Andalsnes konnten wir abwechslungsreiche Landschaft erblicken. Der Busfahrer führte uns über den Trollstiegen, an dem wir aussteigen durften und den Ausblick genossen. Naja auch hier war der Ausblick eher auf eine Menschenmenge, als auf den steilen Abhang, von dem ein Wasserfall in die Tiefe stürzte. Dann schaffte es der Busfahrer mit viel Geschick und Können den Bus die ab und zu einspurige Straße die engen Serpetinen hinunter zu lenken (großes Hut ab an diesen Typen). Die ganzen Touris mit ihren viel zu großen Wohnmobilen hatten größere Probleme.

Spät am Abend kamen wir dann endlich in Trondheim an. Der Wind sauste und wir merkten das erste Mal so richtig die Kühle des Nordens. Der Bus brachte uns dann zu einem gemütlichen süßen Campingplatz außerhalb der Stadt. Weil der Busfahrer uns keine Tickets verkaufen wollte, mussten wir dies per SMS versuchen, was bis zum Ende der Fahrt nicht funktionierte. Tja… selber Schuld. Müde bauten wir unser Zelt auf.

Am nächsten Tag entschieden wir uns doch dafür in ein Hotel zu gehen, weil sich meine gestrige Schlappheit noch verstärkt hatte. Also mussten wir eine kleine Krankheitspause einlegen. Bevor wir allerdings den nächsten Zug nehmen konnten, trafen wir noch einen Deutschen, der zuvor eine Kanutour gemacht hatte und nun auf eine Trekkingtour geht. Das hieß, er musste das ganze Essen, was er gekauft hatte, loswerden. Für mich gab es Brühe mit Mi-Nudeln. Na, wenn ich davon nicht gesund werde.

Das Hotel hat in Trondheim zwei Standpunkte. Wir hatten außerhalb des Stadtkerns gebucht und fuhren dahin, standen vor geschlossener Tür und telefonierten mit dem Besitzer. Der bestellte uns doch in den Ortskern. Also nochmal Busfahren. So erholt man sich doch richtig. Die Lage war dafür bombastisch und die Ausrüstung der Wohung sowieso. Fernseher, eigenes Wlan, ein Bad, eine Küche und ein richtiges Bett! Es war schon fast zu weich, denn ich brauchte drei Hörspiele um einzuschlafen. Vielleicht waren die drei Fragezeichen auch einfach zu spannend und erst die fünf Freunde haben mich in den Schlaf gebracht.

Am nächsten Tag zog Lina ein wenig durch die City. Ich stieß am Nachmittag zu einem kleinen Spaziergang hinzu. Trondheim ist gar nicht mal so groß. Es hat gerade so viele Einwohner wie Freiburg. Wir schauten uns den Dom, den Palais und die königliche Residenz von außen an. Dann spazierten wir über die Altstadtbrücke, Gamle Bybro, und schauten auf die bunten Holzhäuser, die das Ufer säumten. Nach einem luxueiösen Abendessen in unserer eigenen Küche, schlief ich entspannt ein und kurierte den Rest Krankheit aus.

Heute stiegen wir noch auf die Festung in Trondheim. Auf dem Weg überholte uns ein Feuerwehrauto mit Blaulicht. Wahrscheinlich hat ein Kind seinen Kopf in eine Kanone gesteckt und kam nicht mehr raus. Aber wir wissen es nicht genau. Schließlich wollten wir nicht gaffen, sondern lieber den schönen Ausblick auf das bunte kleine Städtchen werfen. Zum Abend kehrten wir bei einem Mexikaner ein und aßen dann ein Eis bei Mcces, wo wir noch für ein paar Stunden saßen und die Wärme genossen bis es mit dem Nachtzug nach Bergen geht.

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