Die Ulrike und das 10 Euro Bier

Nachdem wir uns beim Frühstück die Bäuche voll geschlagen hatten, räumten wir unser Zimmer auf und packten unsere Rucksäcke zusammen. Ich übergab Lina all die Dinge, von denen wir in den letzten Wochen gemerkt haben, dass wir sie nicht brauchten. Die Lampe, für die dunklen Nächte und die Musikbox, die ich allein nicht mehr brauchte. Lina übergab mir die Gaskatusche und andere Dinge, die ich noch brauchen werde. Danach durften wir meinen schweren und Linas etwas leichteren Rucksack bei Anni, einer Polin, ins Zimmer stellen. Zusammen mit Simone, einem Italiener, helfen sie als Freiwillige im Hostel. Ihre Arbeit besteht aus Coffee and Cookies. Jeden Abend gibt es im Hostel für eine Stunde kostenlosen Kaffee und Kekse. Nach ihrem Freiwilligendienst werden sie also ausgesprochen exzellente Kaffeemacher:innen und Keksanbieter:innen sein. Außerdem bieten sie Touren an und wir schlossen uns ihnen an. Zusammen mit einem niederländischen Pärchen und einer weiteren niederländischen Studentin erklommen wir den höchsten Berg Bergens. Wir hatten es etwas einfacher, denn das Hostel stand schon halb auf dem Berg. Der Name des Berges „Ulriken“ bedeutet so viel wie „die Ulrike“, weil das -en für den bestimmten Artikel steht. Also erklommen wir gemeinsam die Ulrike.

Der Hinweg führte uns über Treppen bis zur Spitze, wo eine Gondelstation für die faulen Touris gebaut wurde. Zwischendurch machten wir Kekspausen und Steinpausen, denn Joel (die niederländische Studentin) studiert Geographie und begeistert sich für Steine. Also holte sie ihren Hammer aus dem Rucksack und untersuchte ein paar Steine.

An der Spitze angekommen, wurden Fotos gemacht und es gab zu den Keksen noch Kaffee. Wir ließen uns alles schmecken und wanderten dann bis zu einem See. Zum Glück hatten wir unsere Badesachen dabei und so sprangen wir kurzer Hand hinein. Es war erfrischend und nicht zu kalt. Ich meine, wir sind eindeutig schon kältere Gewässer gewohnt. Nachdem die Sonne uns getrocket hatte, machten wir uns auf den Rückweg, wo wir große Gruppen von Erasmus Student:innen trafen, fünfzig Prozent davon waren deutsch.

Im Hostel angekommen schnallten wir uns unsere Rucksäcke auf und machten uns auf den Weg in die Stadt. Es war halb fünf, also perfekte Zeit für ein Abendessen, das wir im gar nicht mal so teuren Thai Imbiss aßen. Weil es mittlerweile zur Tradition geworden ist, bestellten wir uns noch einen Mc Flurry bei McDonald.

Immer noch hatten wir genug Zeit, bis wir uns um acht Uhr mit den Anderen im Irish Pub trafen. Also gingen wir noch ein bisschen shoppen. Lina fand ein süßes Sommerkleid und ich fand eine neue Tube Zahnpasta und neues Duschgel und Shampoo. Dieses Mal haben wir Flüssigshampoo genommen. Hartseife ist eine gute Idee und umweltfreundlich und so, aber für Bagpacking nicht so gut geeignet, denn sie trocknet nie. Sagen wir es so, es war eine ziemlich weiche und eklige Angelegenheit.

Nun war es endlich acht Uhr und wir machten uns auf in den Irish Pub, in dem heute english comedy auf dem Programm stand. Zuerst saßen Lina und ich alleine und bestellten uns wohl unser teuerstes Bier in unserem Leben. Die Comedians waren irgendwo auf der Linie zwischen witzig und sehr komisch einzuordnen. Manche Witze waren echt gut, bei anderen lachte man hingegen nur, weil die Situation an sich witzig genug war. Dann stießen die Anderen hinzu und bestellten sich auch ein Bier. Es blieb auch bei einem Bier an diesem Abend. Schon ganz schön clever von der Regierung den Alkohol so teuer zu machen. So trinkt zumindest wir weniger. Schließlich setzten wir uns an den Hafen und schauten der Sonne beim untergehen zu. Um halb 11 hieß es, Abschied nehmen. Lina und ich stiegen gemeinsam in den Zug ein, der uns nach Oslo bringen sollte. Sobald der Schaffner unsere Tickets kontrolliert hatte, schliefen wir auch schon ein.

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