Die Busse und das Glück

Heute morgen verließ ich die Insel Flakstadøy und fuhr mit dem Bus nach Vestvagøy. Dabei musste ich einmal in Leknes umsteigen. Je näher wir dem Ziel kamen, desto sicherer war es, dass ich den Anschlussuug nicht bekommen würde. Hinter mir diskutierten zwei Deutsche auch schon darüber. Ich schloss mich ihrem Gespräch an und wir kamen in Leknes an. Der Anschlussbus wartete allerdings auf unseren Bus und so klappte doch noch alles. Die Deutschen wollten auch ins Wikingermuseum. Dort ließ uns der Bus dann auch raus. Auf einem kleinen Hügel erstreckte sich nun das größte je gefundene Langhaus der Welt und das, im Vergleich dazu, klein aussehende Museum.

Mit einem Audioguide erforschte ich nun die Ausstellung, die vom Wikingerleben erzählte. Welche Rituale hatten die Wikinger?Warum war Reichtum wichtig? Wer hat in der Ehe das Sagen? Diese Fragen beantwortete die Ausstellung und ich werde sie auch beantworten, schließlich kann ich ja nicht einfach Fragen in den Raum stellen und euch ubbefriedigt stehen lassen.

Die Wikinger hatten drei Hauprituale. Eines zum Herbstbeginn, eines um die Zeit von Weihnachten und eines im Frühling. Dabei wurden Tiere geschlachtet, viel gegessen und getrunken. Die Rituale dienten, um die Götter zu ehren und sich in ihre Gunst zu stellen. Manchmal fanden außerhalb dieser großen Riten auch kleinere Riten in den einzelnen Familien statt.

Der Wikingerfürst zeigte seinen Reichtum durch Waffen, Schmuck und andere kostbare Rohstoffe. Diese waren wichtig, um den Untertanen zu zeigen, dass Geld vorhanden war und sie bei ihrem Fürsten in Guten Händen waren.

Der Vater wählte für die Tochter meistens den Ehemann aus. Allerdings waren Frau und Maann und ihre Territorien in der Ehe gleichgestellt, was häufig zu Problemen unter den einzelnen Stämmen führte. Wenn die Ehe allerdings nicht funktionierte, konnte die Frau die Scheidung verlangen (der Mann wahrscheinlich auch, aber das haben sie nicht gesagt).

Weiter ging es mit der Geschichte, wie das Langhaus entdeckt wurde. Ein Bauer stieß in den 80er Jahren beim Flügen auf lauter kuriose Gegenstände. Das Langhaus wurde freigelegt.

Danach schaute ich mir noch einen Film über Olaf, dem Fürsten des Langhauses, an, der Norwegen verließ und nach Island segelte, weil der Frieden bedroht war.

Nun ging es aber endlich ins Langhaus. Fünf Räume, die gemütlich und authentisch eingerichtet waren, zeigten das Leben der Wikinger damals. Hier webte eine Frau Kleidung, dort hing Stockfisch von der Decke und weiter entfernt hätte man sich fast in das gemütlich aussehende Bett legen wollen.

Der Magen knurrte und ich aß ein paar Schnitten Brot. Wieder traf ich ein deutsches Paar, das sich fragte, was sie noch sehen müssen. Ich empfahl ihnen das Wikingerschiff und traf sie dort später wieder. Ein Mann mit langem Bart und Haar erzählte auf dem Schiff, in das wir selbst hineinkletterten, wie er sein eigenes Schiff gebaut hat und seine eigenen Schuhe genäht hat. Es war schon beeindruckend. Normalerweise fahren sie auch mit dem Schiff über den See, aber nur im Sommer und August ist wohl kein Sommer mehr.

Nachdem wir so viel gelernt und gesehen hatten, mussten auch die Muskeln einmal trainiert werden. Also ging ich zusammen mit dem deutschen Paar zum Axtwerfen und Bogenschießen. Sagen wir es mal so, es war sehr witzig. Das Bogenschießen klappte sogar relativ gut. Mit der Axt hätte ich vor tausend Jahren wahrscheinlich kein Wildschwein erlegt, wahrscheinlich nichtmal eine Maus. Auch beim Hufeisenwerfen hatten wir nicht so viel Glück.

Schließlich verabschiedeten wir uns jnd icv wartete auf meinen Bus, nur leider an der falschen Stelle. Ich stand nämlich dort, wo die Touristenbusse am Museum parkten. Also fuhr der Bus einfach an mir vorbei. Super gelaufen! Das hieß für mich, vier Stunden auf den nächsten Bus warten. In einem kleinen Bushäuschen vertrieb ich mir die Zeit, telefonierte ein bisschen und schrieb ein wenig. Ich kochte mir mein Abendessen und schließlich kam der Bus. Freudig stieg ich ein und wartete auf meinen Stopp an einem Campingplatz. Ich drückte auf den Knopf, aber der Bus fuhr einfach weiter. Super! Wofür gibt es denn diese Knöpfe? Ich drückte nochmal drauf und stellte mich extra hin. An der nächsten Haltestelle hielt der Bus und ich wollte mich schon aufmachen, den ganzen Weg zurück zu laufen, aber ich fand auf Google Maps einen Campingplatz nur zwei Meter entfernt. Naja Campingplatz ist übertrieben. Einen Toilettenwagen und die Erlajbnis hier zu Campen, dafür eine wundrbare Aussicht und das ganze kostenlos. Besser kann man es nicht haben. Da ich schon gegessen hatte, putzte ich mir die Zähne, schaute der Sonne zu, wie sie hinter den Bergen verschwand und legte mich ins Zelt.

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