Das Tor zur Arktis

Ich glaube, ich habe noch nie so viel über die Arktis gelernt wie an diesem Tag.

Diese Nacht schlief ich wirklich sehr gut. Ich weiß auch nicht, was das ist. Einige Nächte sind frisch, dann gehts aber wieder. Vielleicht muss ich mich einfach an das Wetter gewöhnen und wenn ich dann nach Deutschland zurückkomme, kriege ich nen Hitzekollaps.

Nach einem entspannten Frühstück, machte ich mich auf in die Stadt und besuchte das Polarmuseum. Für Studenten kostenfrei, wuhu, da haben sich meine zwei Semester Germanistik und Linguistik aber ausgezahlt. Das Museum stellte die ersten Jagden auf Spitzbergen aus. Menschen, die sich mit Speeren Eisbären entgegenstellten. Die ersten Personen, die in dieser Eiskälte überwinterten und ihre Tagebucheinträge waren ebenfalls dargestellt, sowie eine Austellung über Roald Amundsen, einen gefeierten Polarforscher, der als erstes die Nordwestpassage durchquerte und als erstes den Südpol erreichte.

Danach besuchte ich das Polaria, das eine Mischung aus Aquarium und Museum darstellte. Als Einstieg diente ein Film über die Aurora borealis (die Nordlichter). Zusammenfassung: im Inneren der Sonne ist es so heiß, dass Wasserstoffatome zu Heliumatome reagieren (Klugscheißerwissen: Helium kommt von Helios, was im Griechischen Sonne bedeutet, denn Helium ist das einzige Element, das außerhalb der Erde entdeckt wurde). Das setzt Energie frei. Daraus entstehen unter anderem Sonnenstürme, die sich mit rasanter Geschwindigkeit durchs Weltall bewegen. Nach einigen Stunden treffen sie auf der Erde auf die Atmosphäre und das Magnetfeld. Dies sehen wir dann am Himmel als Nordlichter. Es ist übrigens gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass in den nächsten Tagen Nordlichter zu sehen sind. Vielleicht habe ich ja Glück.

Nach diesem Einstieg, ging es mit Fakten über die Arktis und vor allem der Veränderung durch den Klimawandel weiter. Leute, es ist wirklich ernst! In den letzten 60 Jahren schrumpfte die Arktis um 40%. Wenn die Arktis irgendwann komplett eisfrei ist, steigt der Meeresspiegel um 43 Meter und damit tschüss Niederrhein. Klar, das sind alles drastische Zahlen und es passiert nicht von heute auf morgen, aber klar ist auch, dass wir jetzt noch etwas tun können, bevor sogenannte Kipppunkte erreicht sind.

Vom Klimawandel und seinen Folgen folgte ich den Pfeilen ins Aquarium und beobachtete Fische, Seealgen und Seesterne. Einige durfte ich sogar anfassen. Schließlich kam ich auch zum Highlight den Robben und der Robbenfütterung. Die Tiere machten Kunststücke, Rollen und gaben den Tierwärtert High Fives. Auf der einen Seite wirkt es spektakulär und beeindruckend, was Tiere alles lernen können. Auf der anderen Seite sieht man dadurch, dass diese Robben eben auch intelligente Lebewesen sind und hinterfragt ihren Aufenthalt im Aquarium. Mir hat diese Fütterung aber nochmal vor Augen geführt, dass Hunde nicht die einzigen Tiere sind, die etwas lernen und dass es zwischen Hunden und Robben gewisse Ähnlichkeiten gibt. Wahrscheinlich stammen sie sogar vom gleichen Tier ab, aber das sage ich jetzt ohne Gewähr.

Auf dem Rückweg traf ich die Schweizerin, mit der ich wildcampen war. Sie übernachtet bei einem Host und deshalb lud sie mich zum Essen ein. Da sagte ich nicht nein. Also kochten wir gemeinsam ein Thai Curry. Brokkoli, Möhren, Paprika, Kokosmilch, so viel Abwechslung und Vitamine. Daran musste sich mein Magen erst mal wieder gewöhnen..

Nach einem schönen Abendspaziergang liege ich nun wieder im Zelt und teäume wahrscheinlich von der Arktis.

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