Kopenhagen in Rot Weiß

Di.7.9.

Es waren keine Menschen, die mich weckten und mich von meinem Schlafplatz vertreiben wollten, sondern eine Schafherde, die mich neugierig anstarrte, als ich meinen Kopf aus dem Zelt steckte. Mir war es Recht, denn mein Magen knurrte eh und so kochte ich meinen Porridge, den ich noch mit dem Apfel von gestern versüßte. Frisch gestärkt packte ich zusammen. Dann wanderte ich über das einzigartige Naturreservat von Galterö und traf wieder auf Schafe. Auf Galterö leben mehr Schafe als Menschen. Das werdet ihr auf keiner Wikipediaseite lesen können, denn die Einwohner von Galterö werden wahrscheinlich nirgeneo gelistet sein, weil man sie an einer Hand ablesen kann. Brännö hingegen hat sogar nen kleinen Supermarkt, in dem ich mir eine Flasche Wasser kaufte und dann auf die Fähre wartete, die mich aufs Festland brachte.

Von dort aus nahm ich die Straßenbahn zur Zentralstation und hatte noch einen kurzen Moment Zeit, um einen letzten Blick auf Göteborg zu werfen. Dann fuhr auch schon mein Zug nach Kopenhagen. Mein Interrailticket sagte mal wieder etwas anderes als der Zug, aber diesmal ins Positive. Der Zug fuhr nämlich durch und ich musste nicht, wie Interrail es ankündigte, am Flughafen umsteigen.

Alles lief wie nach Plan. Schließlich schien mir die dänische Sonne ins Gesicht und ich war froh über das Tshirt und die kurze Hose. Der erste Mensch im Eriksen Trikot kam mir noch ganz normal vor, aber auf dem Weg zum Campingplatz kamen mir so viele rot weiß gekleidete Menschen entgegen, dass mir klar wurde, Dänemark spielt heute in der WM Quali gegen Insrael in Kopenhagen. Witzig!

Nicht so witzig war allerdings der Campingplatz, der nur aus einer großen Wiese mit irgendwelchen Campingbuden bestand. Das kam mir sehr suspekt vor. Also machte ich mich auf zum nächsten Campingplatz, dieses Mal aber mit Bus, denn ich war schon über eine Stunde gelaufen. Allerdings hatte ich die App zum Ticket ziehen noch nicht, also nahm mich der Busfahrer mal wieder kostenlos mit :). Am nächsten Campingplatz das nächste Problem. Die Rezeption war zu und der Platz war voll. Allerdings traf ich zwei nette Jungs aus Ludwigsburg mit ihrem Bus, die das gleiche Problem hatten. Prompt entschieden wir uns etwas außerhalb zu campen. Wir fanden einen Park4night Platz, an dem man auch zelten kann und fuhren dorthin. Ihr Bus, in den normalerweise acht Leute passen, bestand aus den beiden Vordersitzen, einem weiteren Sitz, allerlei Gekrempel und einem Dachzelt. Aber immerhin hatten sie einen Bus. Ich besaß nur einen Rucksack. Es war schon dunkel als wir ankamen, aber der Platz direkt am Waldrand war ganz schön und hatte sogar einen Tisch. Dort aßen wir dann auch zu Abend. Eigentlich wollte ich mir Nudeln mit Pesto und einem Salat machen. Im Aldi, ja ich war endlich wieder in einem Aldi, hatte ich mir Ruccula, Tomaten, Gurke und eine Paprika gekauft, weil ich dachte ich hätte heute eine Küche, aber es kam ja anders. Also machte ich mir noch ein Trekkingfood. Den Ruccula konnten ich nicht bis morgen stehen lassen. Also wurden wir ganz kreativ und aßen Ruccula mit Tomaten, Gurke und Paprika. Die Soße machten wir aus Pesto, Salatkräutern und Wasser. Es schmeckte überraschend gut. Das Rezept kommt in mein Geheimkochbuch. Nach dem Essen machten wir noch eine kleine Nachtwanderung zu dem See in der Nähe. Der See stellte sich als Tümpel heraus und unsere Badeintention als gescheitert. Also liefen wir zurück und legten uns schlafen.

Es geht wieder los

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