Feen-Traum-Tanz

Meine Träume tanzen mit Feen,
auf verwunschenen Wiesen,
an nebelbedeckten Seen,
auf denen Seerosen liegen.

Sie springen von Wolke zu Wolke,
so einfach und leicht,
so unendlich weit oben,
dass ich sie nur schwer erreich‘.

Doch ich baue eine Leiter,
aus Hoffnung und aus Mut.
Vielleicht werde ich scheitern,
vielleicht wird alles gut.

Wenn ich mich für ein Land entscheiden müsste, welches ich gerne bereisen würde, wäre meine Antwort eindeutig. Schottland. Seitdem ich vor zwei einhalb Jahren Urlaub in den Low- und Highlands machte, fasziniert mich sein sattes Grün, die rustikalen Berge, die immer wieder vom Meer oder grauen Lochs umspült werden. Wenn man genau zuhört, kann man dort die Feen mit meinen Träumen tanzen hören.

Was ich erst noch lernen musste

Manchmal geht es nicht mehr weiter
Und immer ist es voll oke,
Dann umzudrehen und zurück
In die andere Richtung zu gehn.
Ja, man will den Berg erklimmen
Und oben auf der Spitze stehn,
Über den Wolken aus fernen Augen
Die Miniaturhäuser und die Landschaft sehn.
Man will kein Feigling oder schwach sein
Und es nicht zum Ende schaffen,
Man will weiter machen und sich aufraffen
Bis es eben nicht mehr geht.

Aber warum?
Nur um zu sagen, ich habe es geschafft.
Ich bin die Größte und die Beste.
Ich geb mich nicht zufrieden mit den Resten?
Und für wen?
Wirklich für uns und unser Ego?
Oder sind es doch die Anderen, die wir beeindrucken müssen,
Weil wir selbst nicht wissen,
Wer wir ohne Bewunderung sind?

Aber wofür?
Für Reichtum und Status, der zerfällt,
Wenn man kurz anhält,
Weil man nicht mehr kann
Und sich fragt, wann
Breche ich aus und höre auf mich
Auf die tiefe innere Stimme,
Die mir schon die ganze Zeit sagt,
Kehre um. Mach ne Pause,
Bleib zu hause,
Lass die Leute reden,
Denn sie tun es eh,
Wenn du den Berg erklommen hast,
Fragen sie sich wie.
Wenn du umkehrst und es nicht tust,
Ja vielleicht meint Einer, du seist schwach,
Aber du bist stark, vergiss das nie,
Weil du es geschafft hast,
Unzukehren,
Deinen Drang nach Erfolg abzuwehren,
Dich nicht um die Meinung Anderer zu scheren
Und auf dich selbst zu hören.

Manchmal geht es nicht mehr weiter… das musste ich erfahren, als ich in Norwegen, genauer gesagt in Gryllefiord, war. Der nächste Zug kam erst am Abend, aber in diesem kleinen Fischerdörfchen gab es keine Möglichkeit den Rucksack zu lassen. Also wanderte ich mit dem Rucksack. Irgendwann ging es ganz schön steil hoch. Einige Meter schaffte ich noch, aber dann fingen meine Knie an zu zittern. Das Gewicht des Rucksackes und die Höhenmeter waren zu viel. Das musste ich mir eingestehen und deswegen schrieb ich diese Zeilen. Manchmal braucht es auch noch etwas Zeit, bis man die Zeilen mit anderen Menschen teilen kann.

Leicht fühlt es sich an, daheim zu sein

Entgegen dem Strom
flohn Menschen schon seit Beginn der Zeit.
Bereit alles hinter sich zu lassen,
passen sie sich an.

Wie Zugvögel die jeden Winter
hinter den Bergen verschwinden.
Finden ihr warmes Nest
fest dort, wo sie es verließen.
Genießen die währende Wärme,
schwärmen von der üppigen Kost.
Frost und Kälte ließen sie hinter sich,
nicht aber ihr Heim,
nein, sie kommen immer wieder.
Gefieder senken sich zur Brutstelle
gesellen sich zueinander,
um einander Schutz zu geben
beleben ihr Naturreich.
Leicht fühlt es sich an, daheim zu sein.

Menschen kehren auch zurück.
Glücklich sind die, die es können.
Gönnen sich den Genuss der Heimkehr.
Wer aber ging, entgegen dem Strom,
droht vielleicht der Tod.
Verschont bleibt man denn,
wenn der Strom die Richtung drehte,
Belebte, helle Ufer
Rufe schallen
hallen wieder
Lieder von Heimat.
Frei statt Flucht,
Sucht nach Gemeinschaft,
Kraft für jeden, der kommt und bleibt.
Leicht fühlt es sich an, daheim zu sein.

Am Montag fuhr ich wieder zurück vom Niederrhein entglang am Rhein nach Freiburg. Es ist nicht nur praktisch den Rhein als Orientierung zu haben (ich kann jetzt alle Städte, die am Rhein liegen von Norden bis Süden aufzählen), sondern auch eine malerische Landschaf. Sie kann vielleicht nicht ganz mit der rauen Schönheit der Fjorde Norwegens mithalten, Aber die Wassermengen, die sich durch die Weinhänge schlängeln haben auch ihren Reiz. Der Rhein hat viele Dichter fasziniert. Heinrich Heine schrieb in seinem Gedicht „Die Lorelei“:

Die Luft ist kühl und es dunkelt,

Und ruhig fließt der Rhein;

Der Gipfel des Berges funkelt

Im Abendsonnenschein.

Heinrich Heine (1797-1856)

und auch mich hat der Rhein dazu bewogen ein paar Verse zu verfassen. Zumindest der erste Vers ist in der Assoziation mit dem Rhein entstanden, die anderen Verse sind meinen Gedanken geschuldet, die sich an meinen Stift klammerten und die ich deshalb zu Wort kommen lassen musste.

Verbliebende Feuerwerkskörper

Ein paar verbliebende Funken
schießen aus der Papphülse in die Luft.
Sie tunken
den Himmel in tausend Farben
und hinterlassen einen Duft
nach Schwarzpulver.

Ein neues Jahr beginnt
mit den Resten vom vorletzten Jahr
und es erklingt
der gleiche Sound wie jedes Mal.
wir stehen gebannt draußen,
manche Arm in Arm,
raunen „Frohes Neues“
und halten uns mit Glühwein warm.
Wieder machen wir Jahresvorsätze
und denken, dieses Jahr wird alles gut,
ersetzen Hoffnungslosigkeit
durch Aufbruch und Mut.

Ich habe letztes Jahr noch nicht bewältigt.
Es sitzt mir noch im Nacken
und doch erhellt
der Feuerwerkskörper meine dunkle Nacht
ruft scheinbar: „Wir können es packen!“
Es ist nur ein Sprung von einer Minute zur Nächsten.
Vom 31.12.21 23:59 auf den 1.1.22. 00:00.
Es hat sich nicht viel verändert
und doch fühlt es sich an wie Stunde null.
Dass der Jahreszyklus heute beginnt,
ist kein Naturgesetz,
dass er auf die Sekunde genau stimmt,
haben wir Menschen festgesetzt.

Es ist ein Ritual.
Es ist Kultur.
Ein neuer Aufbruch
in Zirkulation.
Es hilft Dinge einzuordnen
und abzuschließen,
neue Hoffnung zu schöpfen
und Freude zu vergießen.

Die Feuerwerkskörper sind längst verglüht
und lassen Asche zurück.
Wir werden uns bemühen.
Dieses Jahr wird einiges geradegerückt.

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr 2022, wenn auch fünf Tage verspätet.
Ich habe den Start im neuen Jahr im Skiurlaub in Österreich gefeiert. Dort durfte man ohne Einschränkungen böllern. Die Böller haben wir tatsächlich noch vom vorletzten Jahr. „Dicke Brummer“, Knallerbsen und Wunderkerzen machen auch noch mit 19 Jahren einen riesen Spaß.

Besonders beeindruckend fand ich die Feuerwerkskörper aus den Dörfern unter uns. Ja, wenn man an ein Feuerwerk denkt, würde man den Kopf in den Nacken legen und das Spektakel am Himmel beobachten. Da unsere Hütte aber höher lag als die Talstation (die Treppen hinauf waren immer eine Qual) konnten wir das Feuerwerk mal aus einer anderen Perspektive beobachten. Das war grandios!

Ich habe mir natürlich auch Neujahrsvorsätze gemacht. Einige mehr oder weniger locker, aber einen, der diesen Blog betrifft. Ich werde mindestens einmal in der Woche einen neuen Post hochladen und freue mich die nächsten 52 Wochen dabei begleitet.

Bis dahin, bleibt gesund! 🙂

Fersen

Anlässlich der Freitagsverse vom Wohnzimmerslam aus Dortmund habe ich ein kurzes Gedicht verfasst, das ich gerne mit euch teile.

Der Wohnzimmerslam ist eine bunte, queere und liebevolle Gruppe, die immer wieder Veranstaltungen plant, aber auch online und auf ihrem Instagramkanal sehr aktiv ist.

Bei den Freitagsversen handelt es sich um ein Thema, dieses Mal „Ferse“, das mittwochs bekannt gegeben wird. Jeder, der sich angesprochen fühlt, kann dazu Verse verfassen und diese am Freitag online stellen. Diese Verse werden dann am Freitag auch vom Wohnzimmerslam online gestellt und es gibt eine Abstimmfunktion, über die Zuschauende Abonnent:innen ihre Favoriten auswählen können.

Falls ihr noch mehr Informationen zum Wohnzimmerslam haben wollt, schaut doch auf ihrer kuscheligen Website http://www.wohnzimmerslam.de oder auch auf ihrem Instagramkanal @wohnzimmer_slam vorbei.

Einheit

Dieses Wochende durfte ich im Zakk bei meinem Liebelings-Poetry Slam Workshop viele Erfahrungen machen und teilen. Am Freitag stand ich mit vielen anderen jungen Poet:innen auf der Bühne. Zudem hatte ich die Möglichkeit meinen Text zur Deutschen Einheit zu verfilmen. Vielen Dank für diese Möglichkeit.

Das Zakk in Düsseldorf bietet ein buntes Programm an. Poetry Slam, Konzerte und vieles mehr findet ihr unter http://www.zakk.de

Zuhause wieder eingelebt

Es ist nun gut eine Woche her, seitdem ich in Kempen aus der Bahn stieg und von einer Freundin abgeholt worden bin. Zuhause gab es Sekt und ein regelrechtes Festmahl. Reibeplätzchen mit Apfelmus.

Sich zuhause wieder einzuleben war gar nicht so schwer, wie ich zunächst gedacht hatte. Die Luftmatratze gegen mein gemütliches Bett zu tauschen und das Zelt gegen mein Zimmer, waren im ersten Moment ungewohnt, dann aber ganz in Ordnung. Nun blicke ich zurück auf eine Reise, auf der ich viele neue Dinge gesehen habe, auf der ich aus demStaunen nicht mehr raus kam und auf der ich vor allem viele neue und nette Personen getroffen habe. Spontanität, Einfachheit und die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen waren meine größten Lehrer auf dieser Reise. Im Nachhinein fragen alle Leute, ob ich mal etwas Blödes erlebt habe. Dazu fällt mir nichts ein. Vielleicht liegt es daran, dass ich nichts Blödes erlebt habe oder einfach weil ich so entspannt und begeistert war, dass selbst doofe Momente im Nachhinein gar nicht so schlimm ausschauen. Was war das Schönste, das ich auf der Reise erlebt habe? Vielleicht das Freiheitsgefühl, das man spürt, wenn man alles, was man braucht, bei sich hat, jede Nacht woanders schlafen kann und an nichts gebunden ist? Oder die einzelnen Erlebnisse mit den unterschiedlichesten Menschen? Das Eine Ereignis fällt mir nciht ein. Dazu gab es zu viele.

Auf die Frage, ob ich so eine Reise nochmal machen würde, habe ich eine ganz klare Antwort: JA! Es war unglaublich. Wenn es mich nochmal nach Norwegen verschlägt, würde ich allerdings ein Auto mitnehmen, weil man damit nochmal ganz andere Ecken sehen kann, die mit Bus und Bahn nicht zu erreichen sind oder nur schwer. Aber es gibt ja noch viele andere Ecken, die man als Bagpacker bereisen kann.

Nun geht die Reise für mich erstmal Richtung Süden nach Freiburg, wo mein Psychologiestudium beginnt.

Die Reise ist nicht zu Ende, nur weil man heimkehrt.

Die Heimkehr ist nur ein weiterer Zwischenstopp auf der Reise durch das Leben.

hannah grünebaum
Ein bisschen müde, aber durch und durch glücklich

Hamburg

Meine Freundin Lea hatte mir Klamotten mitgebracht, sodass ich nicht mit Wanderhose, Wanderhemd und Wanderhut durch Hamburg laufen musste. Als sie diese vor einigen Tagen in meinem Schrank zusammensuchte, ist wohl allen anwesenden aufgefallen, dass ich nicht mehr viele Klamotten besitze. Also habe ich den Auftrag bekommen, neue Klamotten zu kaufen. Perfekt, erstmal zum Second-Hand shop. Mit dem E-Roller fuhren wir am Mittag (am Morgen ist nicht viel passiert. Da haben wir geschlafen) zum Jungfernstieg und fanden in einem Second-Hand shop eine Jacke und eine Hose. Auch der nächste Second-Hand shop hatte zwei Tshirts für mich bereit. Das muss für die nächsten Jahre reichen :-). Wir liefen an der Alster vorbei zum Rathaus und machten uns dann auf dem Weg zu einem Dönerladen. Danach schlenderten wir noch ein bisschen durch die Stadt und machten uns auf den Weg zurück zum Hostel.

Dieses Mal waren wir schlauer und leihten uns Geschirr, Töpfe und Besteck aus, sodass wir vollzügliche Nudeln kochen konnten und diese mit etwas Pesto perfektionierten. Sorry, mittlerweile muss ich mir dieses Gericht schön reden. Lea schlief danach noch eine Runde, um gut ausgeruht in den Abend zu starten. Wir fuhren zur Schanzenstraße. Die Bars machten allerdings um 22:00 schon zu und durften keinen Alkohol mehr ausschenken, weil in diesen die 3G Regel gilt. Deswegen quetschten wir uns in die letzte offene Bar, die aufgrund ihrer 2G Regel noch offen haben durfte. Wir stimmten in den Abend ein, gingen später noch zur Reeperbahn und schliefen schließlich am frühen Morgen ein.

Nach vier Stunden Schlaf weckte mich mein Wecker, denn für heute Morgen hatte ich ein Onlinemeeting für ein Zimmer in Freiburg. Also kleidete ich mich ordentlich (natürlich nur obenrum), untenrum blieb die Jogginghose, frühstückte und setzte mich in die Lounge zum Meeting. Lea schlummerte in der Zeit weiter.

Schließlich machten wir uns auf den Weg zur Alster und tranken einen Kaffee und einen Tee auf der Alster. Danach ging es ins Dialoghaus von Hamburg, wo wir eine Blindenführung gebucht hatten. Ein Blinder führte uns durch einen stockfinsteren Raum. Wir liefen über Brücken und durch Wälder. Wir ertasteten Toaster und Backöfen und ließen die Führung in einer Bar bei Cola und Apfelschorle ausklingen. Eine sehr coole Erfahrung, die ich empfehlen kann. Diese Dialoghäuser gibt es in vielen größeren Städten und man bekommt preiswert eine Einführung in das Leben wie sie Blinde „sehen“.

Nach einem kurzen Stopp im Hostel ließen wir uns eine Pizza schmecken und liefen zur Elbphilharmonie. Da der Eintritt kostenlos war, kamen wir auf die coole Idee, uns Hamburg im Schein von Lichtern anzusehen. In 39 Metern Höhe genossen wir ein Bierchen. Danach machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel und ließen den letzten Abend mit zwei Folgen „Biohackers“ gemütlich dahinschweifen.

Sa. 11.09. und So.12.09.

Was ich an Deutschland vermisst habe… oder auch nicht

Noch vor meinem Wecker wachte ich in der Früh auf. Fünf Uhr morgens, perfekte Zeit, um aufzustehen, meine Sachen zu packen und einen letzten Blick auf den Strand von Charlottenlund (Kopenhagen) werfen, wo gerade die Sonne aufging. Ich machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle und fuhr erst mit dem Bus, dann mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof. Als ich ankam, fuhr auch schon der Zug ein, der mich nach Hamburg bringen sollte. Um kurz vor sieben stieg ich ein letztes Mal in einen ausländischen Zug und fand einen Vierersitz, indem zwei weitere Frauen saßen. Die eine Frau, eine Dänin, wohnt an der Grenze zu Deutschland und kann perfektes Deutsch sprechen. Die andere Frau, eine Schwedin aus Malmö, war mir auch sehr sympatisch. Wir unterhielten uns ein wenig und ich löffelte meine letzten Haferflocken mit Hafermilch. Der Rest der Zugfahrt verging wie im Flug. Ich vertrieb mir die Zeit mit „spannenden“ Videos zum Wahlkampf. Als der Zug die Grenze passierte, kam eine Durchsage, dass nun bitte alle ihre Masken aufsetzen sollen. Ja, das ist sinnvoll. Die Menschen, neben denen ich seit drei Stunden saß, sind jetzt plötzlich gefährlich, weil wir in Deutschland sind.

Zur Mittagsstunde kam ich im verregneten Hamburg an. Das erste Mal seit gut acht Wochen brauchte ich meine Regenhose. Der Weg zum Hostel war allerdings nicht weit. Ich stellte mich in die sChlange zum einchecken und checkte erst nach einer viertel Stunde, dass meine beste Freundin Lea ain der Empfangshalle saßen. Nach acht Wochen fielen wir uns wieder in die Arme und es war glatt so, als wäre ich nie weg gewesen. Wir gingen in unser Zimmer und machten uns dann auf den Weg in die Stadt. Dort besichtigten wir das Hafenviertel und die Elphilharmonie. Wir gingen unter der Elbe hindurch und schauten uns die alte zerbombte Kirche an. So schnell verging der Tag, dass wir schon wieder für das Abendessen einkaufen gingen. Die Küche des Hostels stellte sich als etwas sperrlich eingerichtet heraus. Unser Chili sin carne mussten wir in meinem Topf und der tasse kochen, weil es zu viel Mege war und der Herd hatte irgeneinen Tourbomodus, der unser Chili zum brodeln brachte. Lea bastelte sich ihren Löffel aus Paprika und wir genossen das viel zu heiße Chili. Danach erfuhren wir übrigens,d ass man sich Küchenausrüstung ausleihen kann. Na prima!

Wir tranken das ein oder andere Bier und wollten gerade die Straßen Hamburgs unsicher machen, als es zu gewittern anfing. Also setzten wir uns auf unsere Fensterbank und beobachteten den schönen Innenhof, wie dieser von Blitzen erhellt wurde.

Als es aufhörte zu regnen, fuhren wir mit dem Escooter in die Stadt und genossen die lang ersehnte Clubszene.

Der Sonnenaufgang über der Ostsee

Mother of Sea

Beim Frühstück traf ich auf zwei junge Berliner, die ihre Haferflocken hatten anbrennen lassen. Ich bot ihnen meine 5-Korn Mischung an und wir kamen ins Gespräch. Danach machte ich mich auf in die Innenstadt. Mein Plan für heute war eine Bootstour durch Kopenhagen, die nur 50 Kronen kostete (ungefähr 5 Euro). Bus und Boot stimmten sich aber nicht ab und so lief ich erst einmal durch Christianshavn. Von dort aus landete ich auch in der Freistadt Christiana. Auf der einen Seite faszinierten mich die bunten Gebäude, die mit allerlei Graffiti angemalt waren und die diversen Menschen aus allerlei Kulturen. Auf der anderen Seite fühlte ich mich auch etwas fremd zwischen den vielen Hippies. Nur ein Geruch kam mir bekannt vor, Gras.

Ich verließ Christianshavn über eine moderne Fußgängerbrücke und landete beim Bootseinstieg. Prompt fand ich mich auf einem Touristenboot wieder. Der Touristenführer erzählte irgendwas zu den umlegenden Sehenswürdigkeiten, aber er war nicht wirklich gut zu verstehen. Ich genoss die strahlende Sonne, sah die Oper und das Hafenviertel. Auch die kleine Meerjungfrau drehte mir ihren Rücken zu. Danach durchschiffte das Boot Christianshavn und ich konnte die kleinen Gassen und vielen Segelboote nun vom Wasser aus begutachten.

Nach einer Stunde Bootsfahrt war ich froh wieder am Boden zu sein. Meine Seekrankheit machte sich wieder bemerkbar. Mir war zwar nicht übel oder schwindelig, aber ich hatte bis zum Abend keinen Hunger mehr und das ist für mich doch äußerst seltsam. Also ließ ich das Mittagessen aus und schlenderte stattdessen durch Kopenhagen. Ich durchquerte das königliche Schloss und kam schließich zum Nationalmuseum, wo ich mir eine Ausstellung über Dänemark von der Steinzeit bis ins Mittelalter anschaute. Zudem besuchte ich eine Ausstellung über die Kulturen der ganzen Welt und konnte Kleider, Kunstgegenstände und religiöse Sachen von Nahem beobachten. Am besten gefiel mir aber die interaktive Geschichte von „the mother of sea“, die einen Schamanen der Inuit beschrieb, der den Inuits die Fische und Robben zurück bringen sollte. Damit der Schamane zur „mother of sea“ gelangen konnte, musste ich auf die Trommel schlagen.

Voller spiritueller Geister machte ich mich auf den Weg zurück zum Campingplatz. Dieser ist direkt am Meer in einer Festung gelegen und so beschloss ich die „mother of sea“ selbst besuchen zu gehen. Kurz um gesagt, ich ging schwimmen. Das Wasser war herrlich klar und wenn man sich bewegte auch nicht so kalt. Als ich mich in der Sonne trocknen ließ, traf ich die zwei Berliner und wir gingen zusammen zurück zum Campingplatz. Wir kochten Nudeln mit Tomatensoße und setzten uns danach noch an den Strand unter den Sternenhimmel.

Dann ging ich früh schlafen, denn ich würde aufstehen, wenn die Berliner vom Club zurück kommen würden.

Bei Harry Potter gelandet?